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Grenzen – Grenzenlos | AK68 Mitgliederausstellung 2014

Stefan Scherer | Kunst und Texte | Grenzen – Grenzenlos – AK68 Mitgliederausstellung 2014 | Galerie im Ganserhaus | 04.12.2014

 

„Grenzen – Grenzenlos“ ist das diesjährige Thema. Ein Vorschlag von Josef Köstler, den er gleich im Eingangsbereich mit seinem Acrylbild „Schneegrenze“ umsetzt und darüber hinaus mit einer ästhetisch kongenialen Bodenarbeit die, einmal durch den Raum und quer auf dem Boden verklebt eine Art Barriere darstellt und eine Provokation, die Frage nämlich: Ist das Kunst oder darf ich da drauftreten?
Sie dürfen! Diese kleine Irritation nämlich und das gleich zu Anfang ist nicht zuletzt ein anregender Wachmacher für alle die grenzenlosen, grenzwertigen und entgrenzten Arbeiten, die Sie in dieser Ausstellung noch zu sehen bekommen.

 

Roland Hanisch beispielsweise entwirft gleich neben dem Werk von Josef Köstler eine Hausordnung für den braven Rezipienten und Galeriebesucher. Und in der Mauernische dazwischen findet sich das erste einer Reihe von „Bitte nicht – Flugblättern“ in 10 Variationen, die Margot Haringer im ganzen Haus verteilt. Mit den „Grenzen des Rechts“ beschäftigt sich Max Gärtner in seiner großformatige Arbeit mit Blattabdrücken auf Lehmputz hier gleich links, vorm Eingang zum Schaufensterraum, d.h. wenn Sie mir in Ihrer Vorstellung auf dem Galerierundgang folgen, den ich in dieser Rede quasi als roten Faden benutze.

 

Der nächste Blick fällt dann auf die großformatige Malerei von Amarin Scherer; das Motiv eines Matrosen, das wie ein Streetart-Stencil auf sich kreuzende Farbflächen gelegt ist und so als doppeldeutige Ikone eines Kreuzfahrers funktioniert. Rechts daneben die Fotografie Harald Sedlmeiers „ this land was made for you and me“, getitelt nach dem berühmten Woody-Guthri-Song und eine der wenigen politischen Arbeiten dieser Ausstellung, – was mich ein bisschen wundert. Aber dazu komme ich später noch.

 

Mein künstlerischer Beitrag diesmal ist ein schlichtes Werk auf Pappe über die grenzensprengende Liebe einer Hundebesitzerin und gleich daneben die Arbeit von Alfred Oberbauer, die Farbspachtelung eines Pferdes in der Optik einer Schwarzweißkopie. Sehr frisch und witzig, wie ich finde kommt uns diesmal Karin Schneider Henn mit der Fotografie „Jesus Christ Superstar“. Zu sehen ist: „Jesus-T-shirt trifft auf frühen Picasso“.

 

Otilie Gaigl, die ich aus dem Umfeld des Ebersberger Kunstvereins kenne, zeigt eine Serie verfremdeter Fotografien mit dem Titel: „Sequenzen – das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“. Daran anschließend Paul Freudensteins erdgeschichtlich bedeutsames ready made.
Wir stritten uns ein bisschen über dem Begriff „ready made“. Sein ausgestellter Stein ist eigentlich kein Alltagsgegenstand im Duchampschen Sinne – ich würde ihn also eher als „geological made“ bezeichnen.

 

Fritz Armbruster, der in unserem Verein schon alles erfahren durfte, was das Vereinsleben so zu bieten hat zeigt uns in seiner Mischtechnik bezeichnenderweise den „Weg über alle Grenzen“ und so auch der Titel seiner Arbeit. Und links, schräg gegenüber und schließlich am Ende unserer Bibliothek, hängt das vierteilige, farbstarke und abstrakte Aquarelle von Sabine Scholz-Günther.

 

Im nächsten Raum, unserem fensterlosen Kabinett ist zunächst eine so kleine, wie schöne Ölmalerei von Marta Fischer zu sehen und einen Schritt weiter Dzeko Hodzics humoresk-distanzlose Aufforderung sich zu küssen, samt gemalter Kuss- Stelle auf den man/frau sich aber bei aller Liebe nicht stellen sollte. Der Ort ist leider nur eine bemalte Leinwand. Weiter geht’s in unserem Rundgang nun auf der rechten Seite mit konkreter Kunst von Wolfgang Dietrich, dann ein wenig aufgelöster oder emotionaler zwei kleine Mischtechniken von Paul Mooney. Ich hab aus Neugierde mal Pauls Nachnamen gegoogelt. Zumindest dem Wortlaut nach bedeutet Mooney soviel wie abwesend und verträumt. Wer sagt da noch Namen seien Schall und Rauch. Zu Füssen von Pauls aquarelligen Träumereien wirkt das groteske Objekt: „Schlacht und Spitze“ von Sibylle Dawson dagegen fast sarkastisch; ein mit Häkelspitze überzogener Rinderknochen. Als nächstes dann Christian Hess mit der für ihn so typischen zurückhaltenden Zeichensprache aus kryptischen Kringeln und an der Stirnseite des Raumes schließlich Dorit Winzens sehr freie Acrylarbeit mit dem fragenden Titel: „Schwarz-weiß grenzenlos?“ Auf dem Rückweg durch unser Kabinett befindet sich auch das sehr sensible Streifenbild von Christine Löw. Sogar der große Gerhard Richter laboriert seit ein paar Jahren an etwas ähnlichem ist aber gerade dabei es wieder aufzugeben. Severin Zebhauser, gewohnt cool und intellektuell, zeigt den Prägedruck eines Stacheldrahtes, der mehr wie Objekt, als als Bild erscheint. Darauf folgen die Malerfreundinnen aus der Münchener Künstlergruppe Tris Margret Lochner mit der reduziert schwarz-weißen Tuschearbeit „Spatium“ und Eva Schnitzer mit der scharz-gelb-orangen Farbfeldmalerei „New Mexiko“. Schließlich am Ende oder geografisch auch am Anfang unseres kleinen Kabinetts ist der bekannte Wasserburger Maler Rainer Devens mit einer Assemblage vertreten; ein blauer Papierflieger mit dem Titel „Gedankenflug“ und gleich daneben die zweiteilige Mischtechnik von Silke Rosenberg „Fenetres en marrock“

 

Im unserem Raum für Kunst, Buffets und geistige Getränke zeigt als erstes Mathias Raffael seine geheimnisvolle Fotomischtechnik „Das Ende der Scham“, daneben Christine Rieck-Sonntags schwarz-weiße Tuschemalerei: „Nie wieder“, darauf folgt unmittelbar Hanne Kiefers Zweiteiler „Überhaupt Gesang“ in Mischtechnik, sowie Manfred Popp mit der sehr filigranen Zeichnung: „Begrenzung der Maßlosigkeit“.
Als einzige Skulptur im Raum zeigen Ute Lechner und Hans Thurner in der für sie so charakteristischen Optik die archaische Ikone eines getrennten aber auch irgendwie aufgeräumten Paares. Abgeschlossen wird diese rechte Ausstellungsfläche des Raumes durch eine Cyanotypie von Brigitte Huchler; der Blick durch einen Bauzaun als blaugetönter Druck. Gegenüber und weiter in der Reihenfolge zeigt Sieglinde Berndt in der für sie typischen Schellack-Bleistifttechnik ihre Arbeit „legal illegal“, wie gesagt, auch eines der wenigen politischen Werke und gleich rechts davon kann man, wenn man/frau so will sich einen Zeichnungs-Montage-Flash abholen. Mit scheinbar grenzenloser Akribie nämlich zeichnet und montiert Gabriele-Stolz die uferlosesten Details in ihre komplexen Kollagen. Dass Sie ihre diesjährige Einreichung „Spiel ohne Grenzen“ genannt hat, ist für mich auch deshalb etwas doppeldeutig. Einmal inhaltlich in der Darstellung kriegerischer Auseinandersetzungen und anderseits im grenzlosen Spiel der Künstlerin mit ihren kreativen Möglichkeiten. Beendet haben wir die Hängung im Erdgeschoss des Ganserhauses mit dem zweigeteilten Porträt von Gerlinde Burckhard-Bießle in Enkaustik, also Wachsmalerei, der bevorzugten Technik dieser Künstlerin.

 

Im 1. Stock geht’s aber gleich weiter mit Heidi Eichners Gräsertrilogie, genannt „grenzenlos“ und direkt voraus beim Gang auf die Treppe kommt die ungetitelte, minimalistische Arbeit von Rita Bugar aus der Münchner Domagkstrasse auf sie zu.
Rechts davon hängt die pollokeske Arbeit von Uli Hutter. Uli benutzte hier das Drip-Painting-Verfahren von Jackson Pollock, den man wegen dieses Malerkonzepts auch „Jack the Dripper“ nannte. Links davon auf unserem Boden, – dessen Tage in 2015 nun endlich gezählt sein dürften, – ankert Manfred Feith-Umbehrs stählerne „Nowtilus“ stoisch mit bemalten Segeln. Weiter auf der Ausstellungsfläche dieses Raumes zu sehen ist Fritz Robitzsch abstraktes Gemälde “Grenzenlos denken“ und unmittelbar daneben die unverkennbaren vertikalen Linien oder besser Lianen von Mario Aversano.

 

Eine wirkliche Besonderheit ist die großformatige, zweiteilige Arbeit von Renate Trobisch, dessen Entstehungsprozess sie darüber hinaus mit einem Video dokumentiert. Das Video „Malerei auf vier Hufen“ zeigt wie Renate Trobisch reitend, also vom Pferde aus ihre Leinwände bearbeitet und gestaltet. Nachdem wir uns darüber einig waren, uns grundsätzlich nicht in die Kreativstrategien unserer Mitglieder zu mischen und uns auch die Mitgliedschaft des Pferdes nicht zwingend erforderlich schien, zeigen wir dieses Video nun in voller Länge.

 

Im nächsten Raum, – unser weißes Kabinett im Obergeschoss – eröffnet Lieselotte Sandforts Gemälde: „Cagnes sur Mer“ in kühlem Realismus die Bilderreihe auf der linken Wand. Darauf folgt Diana Pinkers romantischer Fotodruck eines im Diffusen endenden Steges und abgeschlossen wird die Reihe mit der Arbeit von Andrea Probst, ein schwarz-weiss Gemälde herabschwebender Federn in Acryl. Ein sehr schönes und sensibles Wolkenstück zeigt Angela Preis in ihrem Ölbild an der Stirnseite dieses Raumes. Links davon hängt eine kleine Fotoarbeit von Franziska Eslami; „Aenus unlimited“, was soviel bedeutet wie „Der unbegrenzte Inn“. Uwe Treyz zeigt daneben ein, wie ich vermute selbstironisches Bild mit der Darstellung eines Meilensteines auf grüner Wiese mit seiner Initiale und eingraviertem Geburtsjahr. Wie wichtig auch immer 1960 sonst noch ist, ich allein schon bin diesem Jahr dankbar für Uwes Existenz und die großartige Hilfe und Unterstützung, die ich jedes Jahr bei der aufwendigen Hängung der Mitgliederausstellung von Uwe Treyz bekomme.

 

Gleich daneben erobert Martin Weiand Neuland, so der Titel der Fotografie mit einem Freeclimber in seltsamer Perspektive. Juliane Halff zeigt dagegen den eindeutigen Horizont eines Seestücks in Acryl. In der Mitte das Raumes schließlich steht das witzig-ironische Objekt „no escape“ von Hannelore Sahm: winzig kleine Spielzeugsoldaten auf einer Landschaft aus Schiesserunterwäsche. Und weiter, jetzt aber ein wenig gruselig – und ich weiß, dass das keine würdige rezeptionsästhetische Beschreibung ist – zeigt Uli Reiter, wie ich vermute, das Halbgesicht eines Sterbenden oder schon Toten in seiner Mixed Media Arbeit: „Transmortal 05 c“. Auf der anderen Seite, nicht weniger morbid, – rot gemalt und schwarz gerahmt – hängt Peter Dubinas Porträt einer Person, die aussieht als hätte man ihr die Haut abgezogen. Getitelt ist das Werk mit: „La petit Mort“ was meines Wissens nach das französische Synonym für Orgasmus ist. Nach soviel Sex und Tod begegnen Sie nun im nächsten Raum unserem ausstellungsstrategischen Kunstgriff, der Petersburger Hängung. Die Bezeichnung geht auf die üppig behängten Wände der Sankt Petersburger Eremitage zurück, die darauf abzielt, den Betrachter durch die schiere Menge der versammelten Kunstwerke zu beeindrucken und genau das wollen wir ja auch.

 

Da ist zunächst die kleine Collage mit Stacheldrahtzeichnung von Birgit Mossmüller, direkt darunter eine kleine Zeichnung von Regine Pohl und ganz unten die Fotografie „Grenzenlose Freude“ von Edith Bernauer, oben in der Mitte dann ein wahres „ready made“ von Jutta Meyer; ein schlichter runder Spiegel mit dem Titel. „Relativ grenzwertig“ und darunter eine kaligraphisch anmutende Acrylarbeit von Peter Böhm und schließlich ganz links auf der Wand eine sehr materialhafte Collage von Richard Wenzel und darunter die illustrative mixed-media-Zeichnung von Niki Scherer des Grottes aus Toulouse – und falls sie das schon spekuliert haben sollten; alle Scherers hier sind tatsächlich mit mir verwandt. An der linken Wand in Richtung unseres Rundganges sind vier Bilder zu sehen: Links oben Albert Bernstetters Acrylbild „Fukushima“, auch eines der politischen – daneben Andreas Fischer, der diesmal entgegen seiner Gewohnheit ein Gemälde einreichte, dabei aber seinem Grundthema Arbeitswelt treu bleibt, darunter eine kleine Malerei von Johann Plank, der Akt eines jungen Mannes und daneben eine Mischtechnik von Anke Pereira. „Niemandsland“ heißt das Werk und ist ein Sammelsurium aus Hoheitszeichen und kriegerischen Piktogrammen. Dieser Wand gegenüber befindet sich quasi der dritte Teil unserer Petersburger Hängung mit Alfred Oberbauers „Clown in Acryl“, links davon Tamara Crimmanns Fotografie „Ad Limina“, darunter eine pastose und doch hinter Glas präsentierte Malerei von Martha Susi Thaler und rechts daneben die klassische Malerei: „Berge grenzenlos“ von Ruth Brand-Oster. Den Raum beschließt sinnigerweise die Fotografie „An der Schwelle“ von Adelheid Schmidinger.

 

Im nächsten Raum erblickt man als erstes das Objekt von Silvia Hatzl die mittlerweile in Anderlecht/Belgien lebt und arbeitet; zwei auf einer Säule platzierte rechte Füße in Dodeka-Technik, einem feinstofflichen, annähernd papierenen Material, als handle es sich um die Füße eine Mumie. Direkt gegenüber ist Gabriele Granzer mit einem wuchtigen Großformat vertreten. Malerisch beschreibt sie den Grenzbereich zwischen gelb und blau – auf der Suche nach grün – wie sie sagt. Rechts von ihr hängt ein kleineres Lackbild von Annegret Poschlep, „www -Vernetzung“ getitelt und weiter in der Reihung folgt Omi Schneider mit seiner Mischtechnik „Der blaue Baum“, der als sehr schönes Ultramarin aus der weißen Platte wächst. Quasi kongenial und komplementär hängt daneben die „grenzenlos Farbe?“ getitelte, strahlend-orange Arbeit der Malerin Birgit Jung, dem gegenüber das expressionistisch-abstrakte Werk „fines finibus“ von Andrea Eyckman. Aus meinen verbliebenen Cäsar-Lektüre-Fetzen tippe ich mal auf „grenzt an Grenzen“.

 

Rechts neben der Tür zum kleinen Nebenraum geht es weiter in der Reihung mit der rot-monochromen und pastosen Malerei von Ursula Kammerl und zum Schluss ein abstrakt-expressionistisches Werk von Gertrud Kaiser. Im kleinen Nebenraum selbst finden sie gleich links P. Janes „grenzenlose Liebe“, ein Kussbild, ungefähr so, wie sich das unser schon erwähnte, bosnische Kollege Dzeko Hodzic für seine Kuss-Installation wohl wünschen würde, dem gegenüber eine ungetitelte, abstrakte Arbeit von Jan Pohl und unmittelbar daneben ebenfalls eine, in der Farbe aber pastelliger, abstrakter Expressionismus von Gabriele Bierdimpfl. Weiter rechts folgt darauf eine Dreierserie der Evenhausener Malerin Kitty Winde-Stein und an der Stirnseite die Malerei „Urlaubsland in Sicht“ von Renate Methner. Rechts daneben wird der Raum von einer kleinen Mischtechnik von Elisabeth Hedilis Kohl und der Collage von Ulrike Blumberg „time to drink champain“ beschlossen, was mich daran erinnert, dass ich hier bald zu einem Ende kommen sollte.

 

Auf dem Weg ins Untergeschoss zeigen wir mit Gabi Drägers „Zwischen den Welten“ und Angela Sans „ Auf und davon“ die wohl farbsattesten Malereien der ganzen Ausstellung. Ein wenig rechts davon bringt einen die Abwärtstreppe auf Augenhöhe mit einer der typischen Acrylmalereien von Kiki Kleist von Bröckel „Sprung in die Zukunft“, so der Titel und ein Bild aus ihrer Sportserie. Unten angekommen sind zunächst rechts Angela Reinthaler und Brigitte Bosshammer mit je einem abstrakten, mittelformatigem Werk vertreten und weiter in der Reihung folgen Sophie Meindls klassisch gemaltes “Stillleben mit Kuhschädel“, Viktoria Sommers Mischtechnik „Über die Grenze hinaus“ und die ungewöhnliche Assemblage von Edith Maier-Mannhardt „no trespassing“. An der Stirnseite unsere Gewölbekellers findet sich die Aryl-Collage von Peter Troje, ein Driping-Exzess vom feinsten und daneben eine freie Acrylmalerei von Marianne Igel. Rechts davon mahnt uns die Malerin und Psychotherapeutin Corinna Brandl mit ihrem Dyptichon „Du bist deine eigene Grenze“ und weiter rechts eine von Dominik Sans Papierknäuel-Collagen mit dem Titel „Mond II“, als Abschluss der Reihung folgt die Acryl-Mischtechnik von Edeltraud Brown „Begrenzt und doch frei“. In der Mitte des Raumes stehen zwei der eher wenigen und deshalb umso begrüßenswerteren bildhauerischen Einreichungen. Da ist zum einen die elegante Glasguss- und Bronzearbeit von Ursula Maren Fitz und zum anderen der trashig- witzige Kopf „Lucky Lady“ von Helga Goldhorn. Den Abschluss im Untergeschoss bildet das Diptychon von Christine Bross mit dem Titel „Grenzerfahrung“.

 

Und eben das wird und soll die Mitgliederausstellung 2014 für viele Besucher unserer Galerie auch sein, eine Grenzerfahrung auf ästhetischer und inhaltlicher Ebene. Denn es ist an den Künstlern diese Grenzüberschreitungen aus Frustration oder Empörung, aus Not oder Mangel, wie wir es zur Zeit von Damaskus bis Lampedusa tagtäglich erleben, emphatisch und künstlerisch nachzuvollziehen und dem Publikum aus dieser Empörung distanzlos ein Bild zu machen. Gerade deshalb wundert es mich diesmal, dass diese grausamen Flüchtlings- und Grenzgänger-Schicksale unserer Tage, trotz des angebotenen Themas in dieser Ausstellung so wenig den Weg in die künstlerische Sublimierung fanden. Und ich schließe mich da selbst nicht aus.

 

Trotz aller Ohnmacht aber ist diese Mitgliederausstellung 2014 auch ein Hinweis auf das hier in nächster Umgebung so reich vorhandene Künstlerpotential und vielleicht sogar eine Aufforderung an unsere AK68-Künstlergemeinschaft sich weiter dem Privileg der künstlerischen Kritik über alle Grenzen hinweg verpflichtet zu fühlen,

 

Stefan Scherer | 04.12.2014

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