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Elisabeth v. Samsonow, Heitum Gruber, Jürgen Brodwolf u.a. | 25 Jahre Skulpturenweg

Stefan Scherer | Kunst und Texte | Samsonow, Gruber, Brodwolf – 25 Jahre Skulpturenweg | 05.10.2013 – AK68  Galerie im Ganserhaus

 

So spar ich mir den berühmten, ersten, erhellenden Satz, quasi die Grundbeleuchtung aller folgenden Ansichten und wir legen gleich los mit einer Anzahl Schwarzweiß-Fotografien von Hans Thurner aus dem Jahr 1988. Diese Fotos zeigen gewissermaßen die Gründungs-Sequenzdes Wasserburger Skulpturenweges und ihre Protagonisten von Hans Thurner selbst bis Erika Maria Lankes, – von der auch die kleine Tonfigur stammt, das Modell ihrer Arbeit am Skulpturenweg – und weiter von Rudl Endriß, Elisabeth Samsonov, bis Ekkehard Wiegand und natürlich ganz viel Ücker. Am Ende dieser Fotoreihe sehen sie ein kleines rotes Kästchen – und wir wären froh, wenn wir klima- oder sicherheitstechnisch soweit wären, wie das Kästchen vermuten lässt, noch froher aber sind wir, dass es dann doch ein satirisches Kunstwerk von Severin Zebhauser ist. Komplementär dazu in sattem Grün ist zeigt Jochen Scheidhauer – hier gleich links – das kunstvolle Dokument einer seiner Arbeiten im öffentlichen Raum.

 

Und ganz unübersehbar hier im Raum „Louise Stomps“ mit einer für sie typischen, figurativen großformatigen Arbeit. Und der AK68 freut sich ganz besonders darüber, dass sie wir sie nach einem sehr langen Aufenthalt in unserem Depot mal wieder zeigen können. Ihre späten Jahre verbrachte Louise Stomps in der Kumpfmühle bei Rechtmehring (Oberbayern), wo sie allein mit vielen Katzen lebte und unermüdlich arbeitete. Selbst im Alter von 87 Jahren fuhr sie noch ein schweres Motorrad, mit dem sie aber am 22. April 1988 – also kurz vor Eröffnung des Skulpturenweges – tödlich verunglückte. Aber ich glaube niemand hier im Raum weiß mehr über Louise Stomps als die Bildhauerin Ute Lechner, die wie ich glaube in tiefer Verbundenheit zu Louise Stomps Leben und heute in der Kumpfmühle lebt und arbeitet.

 

Und Ute war es auch es auch, die fast der Schlag getroffen hätte, als sie mich beim Hängen dieser Ausstellung besuchte und als erstes die knallorangen Kissen von Samuel Rachl erblickte. Ich wollt ihr auf den Schrecken schon eins anbieten so knallig fand sie das Werk. Wir einigten uns dann aber Samuel Rachls ironisches Doku-Kunstwerk doch so hängen zu lassen und ich bin hier Ute sehr, sehr dankbar für ihre kluge und sensible Beratung in dieser ganzen Ausstellung.

 

In unsererem Katalog-Gewölbe folgen dann drei kleinere Arbeiten: die sehr schöne, irgendwie leuchtende Boje von Ingrid Hartlieb, dann die kleine Holzfigur von Carola Heine mit der ich lange durchs Haus gelaufen bin und die mit ihrer bittenden Geste immer auszudrücken schien: „hier bitte nicht hin“ bis ich sie endlich in angenehmster Gesellschaft dort auf der Säule hatte und abschließend, die so fetischhaft anmutende Steinskulptur von Huber Maier.

 

Als nächstes, gleich in der folgenden rechten Ecke hockt der „Eckensitzer“ von Jürgen Brodwolf, von dem wir zu diesem Werk ein ganz wunderbare Skizze bekommen haben mit folgendem Kommentar: „Während meiner Schulzeit musste man als Strafe in der Schulzimmerecke sitzen, stehen oder knien, je nach Schwere des Vergehens, etwa wenn man den Unterricht schwänzte. So sende ich zur Ausstellung den Eckensitzer, sozusagen als Zeichen der Strafe damals die Teilnahme am Skulpturenweg 89 geschwänzt zu haben.“ Der Kunstprofessor Jürgen Brodwolf unterzeichnet das Ganze darüber hinaus mit einem kopflosen Körper aus dessen abgeschnittenen Hals seine Unterschrift spritzt mit einem schönen Gruß an Hans und Ute.

 

Gleich gegenüber grüßt Paul Fuchs aus Italien mit einem filigranen Objekt, einer Zeichnung im Raum im Stil der arte povera. Ähnlich bußfertig scheint auch Lisa Endriß Skulptur, wenigstens dem Titel nach: „In Abwesenheit der Mönche“ so steht es – und so scheint diese kleine, archaische Figur auf einem Stahlsockel entschlossen aber verlassen, fast schon ein wenig in Rückenlage allen Versuchungen zu widerstehen. Während es bei Lisa Endriß also noch ein bisschen ironisch zugeht aber doch schon in dieser archaischen, fast archäologischen Anmutung, bekommt die Atmosphäre dieses Raumes durch Ute Lechners „Innschrift der Kreise“ nun etwas Sakrales. Ute Lechners berühmte Messingscheibe, die seit 1988 großformatig am Inn steht und sogar ein kleines, mittlerweile zugewachsenes Gegenüber auf der anderen Flussseite besitzt, ist eine extrem elegante Mischung aus Fetisch, Archetyp und modernem Zeichen. Die Bayerische Staatskunstsammlung hat´s gleich gesehen, gekauft und stellt es seit den 90´ern dem Wasserburger Skulpturenweg dauerhaft zur Verfügung.

 

In meinem gesprochenen Rundgang kommen wir nun an die Bar und von dort aus gesehen dominieren zwei schwere Eisenskulpturen den Betrieb.Das ist zum einen Franz Wörles, annähernd mannshohes „Seelenhaus IV-05“ ein massiver, schmaler Turm aus rostigem Eisen, kantig, zeichenhaft, und eher Vergänglichkeit als Romantik verströmend trotzdem aber ein kraftvolles Hindernis und ihm gegenüber in sehr verwandter Ästhetik das ungetitelte Schiff von Heinrich Glas, – also nicht mal getauft, zu schwer zum Schwimmen und zu schön um unterzugehen. Glas Zeichnung „Stapellauf“ wirkt dazu wie sein feinmotorisches Begleiter.

 

Schließlich macht Karl Weibls rot-monochromes Bild „Macbeth” einen tiefen roten Punkt in die Inszenierung dieses Raumes und ich war sehr, sehr dankbar für seine mittel- bis großformatigen und so farbstarken Arbeiten, die alle die wunderbare Kraft besitzen, sowohl in der Fläche als auch in ihrer erdigen Materialhaftigkeit das umherstehenden Skulpturenpersonal zu verlinken.

 

Im ersten Stock nun begegnet man im aufwärtsgehen zunächst Jochen Scheithauers, wie beiläufig an die an die Wand gelehntes Werk.
Ein weißlackiertes, dickes Brett, mit einer im obersten Teil eingelegten Metallintarsie. Zunächst mal ziemlich spröde.
Es kamen ab und zu Kolleginnen vom AK68 vorbei und fragten, ob man Scheithauer nicht auch woanders hinstellen könne. Wir haben das dann probiert und es ging nicht. Inzwischen standen und hingen natürlich auch schon alle anderen Werke in diesem Raum.
Alles hatte sich schon irgendwie angepasst. Scheithauer aber blieb unersetzlich. Alles andere hätte ich nämlich umhängen können und wir hätten am Ende sicher auch eine andere Lösung für diese Arbeit gefunden. Aber es war doch überraschend welche Wirkkraft dieser eher unaufdringliche, weiße Balken in spitzem Winkel angelehnt für den ganzen Raum besitzt.

 

Elisabeth von Samsonov, heute Professorinin in Wien hat uns liebenswürdiger-weise das Modell ihrer Skulptur aus dem Jahre 1988 “Wer weiß wohin er geht- woher er kommt“ zugesandt, das jetzt; wie Jochen Scheithauers Arbeit ebenfalls auf der Galerie des Ganserhauses steht. Die Farbe ihrer Skulptur am Inn hat inzwischen farblich sehr gelitten, umso schöner und aufschlussreicher ist es jetzt am Modell die ganze ursprüngliche Farbigkeit und die Originalität der Malerei bestätigt zu bekommen.

 

Und im freien Raum hinter der Brüstung hängt nun Johannes Gottwalds mobilehafte Installation „Nebel“ und so leicht, wie schwer durchschneiden Gottwalds schwebende Formen den Luftraum der Galerie.

 

Der schwerste aber aller Installateure ist Fritz Armbruster und damit meine ich natürlich seine berühmt berüchtigte Installation tonnenschwerer Tresore am Innufer. „Alles im Fluss“ hieß die Aktion und war eine Metapher über den unkontrollierbaren Geldfluss, des Auf und Ab des Aktienhandels und des Geldwertes, so launisch wie das Innhochwasser. Die drei Graphiken Fritz Armbrusters sind eine wunderbar farbige Umsetzung dieser spektakulären Aktion. Und Rainer Devens schließlich zeigt eine Holzskulptur. Zwei weiße Gesichter, ein bisschen versetzt in die gleiche Richtung schauend und seltsam anonym, die wie weiße Schatten in den nächsten Raum weisen. Da steht zunächst das Tor von Josef Sailstorfer, ein steinerner Durchguck, so schmal wie eine Schießscharte aus einem freundliche hellen Stein. Daneben folgt eine vierteilige Reihe kleiner Mischtechniken von Hetum Gruber von dem ich aber später noch kurz etwas erzähle.

Geradezu in klassischer Pose und als zentrale Inszenierung dieses Raumes zeigt uns Andreas Kuhnlein seinen Narziss mit dieser für Kuhnlein so typischen, zerfetzten und zerschnitten Oberflächen mit der er der akademischen Pose seine Brüche gibt. Die Einheimischen werden diese für Kuhnlein so charakteristische Art der Oberflächengestaltung vielleicht wiedererkennen. Im großen Eingangstor des eben beendeten Wasserburger Bürgerspiels „Wallenstein“ am Skulpturenweg sah man nämlich die ganze Zeit über exakt gleich gearbeitet Heldenfiguren. Und Andreas Kuhnlein darf sich fragen, ab wann man stolz sein darf plagiiert zu werden. Dessen ungeachtet gilt für Kuhnlein selbstverständlich: „Oft kopiert und nie erreicht“

 

Rechts vom zerissenen Narziss hängen nochmal zwei minimalistische Prägedrucke von Franz Wörle, so streng wie ästhetisch und schließlich dann in der der kleinen Nische folgt Andreas Fischers Dukocenter. Zuerst dachten wir Andreas schickt uns eine Installation. Es war aber wirklich nur als Dokumentation über die Entstehung seines Werkes Motor am Skulpturenweg gedacht, versicherte Andreas. Gleichzeitig aber mutet das ganze Objekt an, wie die Persiflage auf einen Messestand. Wir haben uns mit Andreas geeinigt, dass es beides sein darf. Dafür nämlich ist es wahnsinnig billig.

Weiter geht es von da aus in das eigentliche Dukocenter dieser Ausstellung. Im ganze Raum hängen Kollagen und Fotodokumente verschiedener Aktionen auf dem Skulpturenweg, u. a. von Johannes Gottwald und Ekkehard Wiegand, sowie Thomas Schliessers aluminiumumwickelter Hochstand, Armbrusters Tresore und als Höhepunkt eine dokumentarische Installation von Armin Saub und Hans Weld mit Fotos ihrer Projekte in den verschiedenen Jahreszeiten und wie ich glaube, den Segelresten ihres 1988 so bunten wie avangardistischen Bildseglerprojekts.Im nächsten Raum zeigt Nikolaus Steindmüller seine Arbeit „kleine Figur“, in einer ähnlich archaischen Reduktion und Anmutung wie bei Lisa Endriß, ein bisschen ernster vielleicht.

 

Und jetzt komm ich gerne auf Hetum Gruber zu sprechen, wie ich es vorhin versprochen habe. Zuerst mal bekam ich einen Plan mit freundlichen Grüßen aus der Produktion. Ich selber hatte überhaupt keinen Plan bzw., wie das aussehen sollte, wenn´s fertig ist. Überhaupt hat Hetum Gruber ein Faible für die radikale Ratlosigkeit. Der Kunstprofessor und Dokumentateilnehmer verzichtet beispielsweise auf jegliche biografische Angaben, um zu zeigen, dass es ihm ausschließlich auf das Werk ankommt. Er nennt sich beispielsweise auch seit 1998 htmrbr und verzichtet auf jeden zweiten Buchstaben in seinem Namen. Mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln (Skulptur, Fotografie, Zeichnung und Installation) beschäftigt sich HTMRBR mit den Phänomenen der Gegenwart. Nachdem ich nun brav alle Koordinaten ausgemessen hatte und planmäßig seine weiß lackierten Pfeile hängte, überraschte er mich im Ergebnis mit einer Art großformatigen Tafelbild aus Andeutungen und der ganzen glatten Wand als Assoziationsfläche. Und als ich zum Schluss nochmal auf den Plan guckte, ob ich auch nichts vergessen hatte, fand ich noch eine kleine, persönliche Werkbuchnotiz: „Künstler sind zu allem fähig. Das macht sie so gefährlich“ und hinten dran noch ein PS: Dies schon jetzt, da ich für längere Zeit verreise. Das klang, als fürchtet er ich wolle mich rächen für diesen Koordinatenexzess. Wollte ich auch. Aber gleichzeitig bin ich völlig hingerissen von seiner Arbeit und ich hätte ihn sehr gerne Heute Abend hier begrüßt.

 

Wie es der nun Zufall will oder die Vorsehung wird Hetum Grubers grenzenlose Arbeit von seinem ehemaligen Schüler gestoppt.Karl Weibll, der von Anfang an dabei war und zwischendurch auch sogar mal Vorstand des Ak68 war, zeigt mit wunderbar beruhigenden aber nicht weniger energiegeladenen Bildern monochrome Farbflächen auf oder unter bröckelig braunen Erden, ein bisschen wie pastose Farbe aber eben doch Erde. Das gibt seinen Bildern etwas seltsam Reales und für diese Ausstellung – und ich sag das sehr gerne in seine Richtung – sind Karl Weibls Bilder ein Glücksfall, weil man mit seinen Arbeiten Räume geradezu einfangen kann.

 

Im Zentrum des Raumes steht ein aktuelles Werk von Jochen Sendler. „Stehender“ eine zeitlose Figur profan und beiläufig und ein wenig expressionistisch. Sendler arbeitet ohne Vorbereitung direkt aus dem Material heraus und provoziert damit natürlich alle kreativen Risiken und Unfälle die denkbar und wünschenswert sind und schafft am Ende doch diese völlig unangestrengte Arbeit. Im Kunstkontext könnte man auch cool dazu sagen. Cool, vor allem aber hilfsbereit fand ich auch Severin Zebhauser, dessen Arbeit gleich an der Wand daneben montiert ist. Ein fest an die Wand geschraubter, weißer Sockel trägt einen Sandsteinkopf. „Zur Vermeidung des Säulenwaldes und schöne Grüße“ schrieb er und dafür bedanke ich mich hier ganz herzlich und Grüße gern zurück.

 

Thomas Schliesser, der Berliner Maler, der bisher in allen führenden Galerien im deutschsprachigen Raum seine Arbeiten zeigen konnte von Schulz in Berlin bis Ropac, Salzburg zeigt zwei seiner aktuellen Malereien. Schwarze Tusche auf strahlendem Orange, vereinzelte Figuren in leuchtender Vereinsamung auf der Suche nach Perspektive. Auch Thomas Schliesser war von Beginn an dabei, damals mit einem in Aluminium gewickelten Hochstand und heute, ganz aktuell mit einem Schülerprojekt direkt am Inndamm. Die Bearbeitung eines Baumstammes, ein „work in progress“, das jedes Jahr weiter betrieben werden soll von Klasse zu Klasse. Letzte Woche noch hat er mit einer Schulklasse daran gearbeitet und ist dafür extra aus Berlin angereist.

 

Im nächsten kleinen Raum trifft man nochmal auf Erika Lankes „Wasserburger Schwimmerinnen“ und ihr gegenüber, eine sehr typische Skulptur“ von Peter Schwenk, dessen frühe Arbeit von 1988 am Skulpturenweg „die Brücke“ mich tief beeindruckte. Ein schlichtes, dafür aber riesiges aus Brettern gezimmertes Brückenfragment und ich bedauere, dass ich das nie real hab betrachten können. Ein wenig hinter Schwenks Stele und auch nochmal hinter Lankes Schwimmerinnen sind Hermann Bigelmayers kleinformatige Grashalme montiert. Etwas Ähnliches von ihm stand schon 1990 am Skulpturenweg- und wie ich auf dem Foto im Katalog zu erkennen glaube – aus Holz und wenigstens vier Meter hoch. In diesem Raum findet man auch ein paar Skizzen und Entwürfe der Skulpturenweg-Pioniere Hawoli, Rainer Devens und Eberhard Foest und nicht zuletzt das Skizzenbuch von Franz Pröbster-Künzel und sein skulpturales, hölzernes Pixelbild.

 

Die letzte und wie ich finde geheimnisvollste Inszenierung dieser Ausstellung befindet sich im Untergeschoss. Dieses Gewölbe, hat für sich genommen schon etwas Sakrales. Mit den Skulpturen von Ute Lechner, Michael Danner, Albert Loder, Michaela Biet, Andreas Uhlman und Rudl Endriß wirkt er nun fast klösterlich. Zuerst muss man aber am oberen Treppenabsatz an Ekkehard Wiegands eisern- heiterem, dafür tonnenschwerem „Wasserbürger“ vorbei.
Unten begegnen einem zunächst die zwei Bronzefiguren von Rudl Endriß in einer für Rudl Endriß typischen Formgebung.

 

Vor drei Jahren hatten wir etwas Ähnliches von ihm anlässlich der großen Kunstaustellung auf dem Rathausplatz. Vier Figuren, so wie die hier gezeigten, nur aus Holz und vier Meter hoch. Eine absolut spektakuläre Installation.Rechts davon zeigt Ute in gewohnter Eleganz ihre Arbeit „Flügel“, ein superästhetischer Materialmix aus Holz und Messing.

 

Michal Danner, von dem ich leider überhaupt nichts zu seinem Werk erfahren konnte – er ist zur Zeit irgendwo unerreichbar in Österreich – schickte uns ein federleichtes Zeichen, ein Hauch von metallener Skulptur aus zwei parallen Kreisen gebogen und so leicht und zart, als zeichne jemand in die Luft und in seiner Schönheit das ideale Verhältnis von minimalem Aufwand zu maximaler Wirkung. Auch Albert Loders übergroßer Rosenkranz unterstützt die sakrale Atmosphäre und ist schon als Idee ein geniales Objekt, ganz ähnlich wie sein nicht mehr wegzudenkendes, großes Floss am Skulpturenweg, Michaela Biet zeigt auf zwei kleinen Säulentischchen schwarze, kissenweiche Formen und erzeugt damit in den pechschwarzen Steinen einen Spannungsreichen Widerspruch.

Und ganz zum Schluss die in diesem Raum an Sakralität kaum zu überbietende Bodeninstallation „Mutter“ von Andreas Ullman. Das sind vier übergroße Eier aus Wachs und Messing auf schwarzen Samt gelagert und so düster beeindruckend, wie ein mittelalterlicher Kirchenschatz.

 

Stefan Scherer | 05.10.2013

 

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